Verfasser/in der Frage

02.12.2014 18:27:17

Sehr geehrter Herr Zwanziger, im Rahmen meiner Referententätigkeit innerhalb der NRW-weiten Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ konnte ich gestern in Düsseldorf u. a. einem Vortrag von Dr. Achim Schmidt von der Deutschen Sporthochschule Köln folgen. Die von Herrn Dr. Schmidt vorgestellten Zahlen und Fakten in Bezug auf den Bewegungsmangel von Kindern und die damit verbundenen gesundheitlichen Prognosen haben mich total erschreckt. Mit Verlaub: Wir laufen da auf eine evolutionäre Katastrophe zu! Unsere moderne Lebensweise hat dazu geführt, dass Kinder in ihrem Bewegungsspielraum sehr stark beschränkt und damit in ihrer Entwicklung behindert werden. Wir als Erwachsene tragen jedoch als Vorbilder dazu bei, ob Kindern Bewegung als etwas Normales oder als etwas nicht zum Alltagsleben Gehöriges erleben. Und da wir als Erwachsene nun einmal das Lebensumfeld der Kinder gestalten, ist es meiner Ansicht nach an der Zeit, den Kindern wieder mehr Bewegungsräume zuzugestehen, auch für freies Draussenspiel. Laut WHO sollten sich Kinder mindestens eine Stunde am Tag kräftig bewegen. Sportwissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder mindestens zwei Stunden Bewegung am Tag für eine optimale Entwicklung brauchen. Dies gestaltet sich jedoch aufgrund der steigenden Ganztagsbetreuung verbunden mit der oftmals räumlich begrenzten Situation von pädagogischen Einrichtungen mit zum Teil zu wenig Personal eher schwierig. Insofern zwei Fragen an Sie: Welche Rolle kann und muss Ihrer Meinung nach die Wirtschaft einnehmen, die ja auf zukünftige gesunde und leistungsfähige Arbeitnehmer/innen angewiesen ist? Und was können die Sportverbände in diesem Zusammenhang leisten? Ich freue mich auf Ihre Antworten. Mit freundlichen Grüßen. Nicola Hengst-Gohlke

04.12.2014 10:04:05

Die Frage, liebe Frau Hengst – Gohlke, ist sicher berechtigt, der,Bewegungsmangel unserer Kinder ist klar. Das Ganze ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der organisierte Sport bietet Bewegungsangebote in Hülle und Fülle. Nur stößt er mit seinen ehrenamtlichen Strukturen auch an Grenzen. Solange in unseren Schulen Sportstunden in großer Zahl ausfallen, solange können Sie nicht erwarten, daß andere Lebensbereiche diese Defizite ausgleichen. Trotz aller Beteuerungen : Sport hat leider bei den Bildungsplanern keine ausreichende Lobby. Liebe Grüsse Theo Zwanziger

Adressat/in der Frage

Theo Zwanziger

Deutscher Fussball-Bund
Ehemaliger DFB-Präsident und Mitglied im FIFA-Exekutivkommitee
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