Verfasser/in der Frage

23.09.2015 10:04:25

Sehr geehrter Herr van Damme, in einem meiner Netzwerke wird Ihr Werbespot „Berg und Tal statt digital“ https://www.youtube.com/watch?v=5q9G4SmLzHg derzeit heftigst diskutiert.
Gerne würde ich mit Ihnen über ein paar der vermeintlichen „Botschaften“ des Spots ins Gespräch kommen. So erweckt der Spot z. B. den Anschein, dass es offensichtlich mittlerweile völlig normal und „unproblematisch“ ist, dass Kinder mit Smartphones rumlaufen. Ganz abgesehen davon, dass sich nicht alle Familien (und damit auch Kinder) die Anschaffung eines Smartphones und den dauerhaften Betrieb dessen leisten können – und Sie kennen sicherlich das Thema „Konsum- und Gruppenzwang“ vor allem unter Kinder und Jugendlichen – ist die Benutzung von Smartphones offenbar gesundheitlich nicht ganz so unproblematisch. So erwarten Augenärzte einen deutlichen Anstieg der Kurzsichtigkeit, wie man in einer Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft https://idw-online.de/de/news637895 nachlesen kann. Scheinbar braucht unser Nachwuchs mehr Spielplatz (eben mehr Berg und Tal) und weniger Smartphone, wie dies Experten auf der Vorab-Pressekonferenz zum diesjährigen Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) am 24. September 2015 in Berlin erläutern werden. Wird sich die Telekom durch Spots dieser Art also mitverantwortlich fühlen müssen, wenn wir demnächst ganze Schulklassen voller Brillenträger haben? Wie sehen Sie das? Herzlichen Dank für Ihre Antwort im Voraus. Mit freundlichen Grüßen. Nicola Hengst-Gohlke

13.10.2015 10:14:43

Sehr geehrte Frau Hengst-Gohlke,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerade bei Kindern und bei Jugendlichen sollte der Gebrauch von Smartphones dosiert erfolgen. Einseitige Belastung der Augen kann zu Fehlsichtigkeit führen. Früher waren die Bücherwürmer unter den Kindern häufiger betroffen und wurden durch zu viel Lesen zu Brillenträgern. Ich sehe es als Aufgabe der Eltern an, hier mit ihren Kindern Regelungen zu vereinbaren. Ebenso ist Bewegung an der frischen Luft zwingend notwendig. Die Telekom unterstützt unter anderem Jugendnationalmannschaften und fördert Sporthilfe-Athleten, Breiten- und Schulsportprojekte sowie Sportler mit Behinderungen.

22.10.2015 12:34:29

Sehr geehrter Herr van Damme, vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich bin froh, dass Sie es ebenso wie ich als Aufgabe der Eltern ansehen, Regelungen mit den Kindern zu vereinbaren. Allerdings erstaunt mich der Spot dann umso mehr.
  
Denn in meiner Wahrnehmung mischt sich die Telekom mit dem Spot massivst in die Erziehungsverantwortung von Eltern und Lehrern ein und untergräbt deren „Autorität“.

Und das führt mich zu einer zweiten vermeintlichen Botschaft des Spots: Wenn Eltern und Lehrer mit der Begrenzung der Smartphone-Nutzung ein Problem haben, dann sind sie von vorgestern.

Das finde ich das falsche Signal. Auch da beispielsweise Alexander Markowetz, Forscher der Universität Bonn und Juniorprofessor für Informatik mit Hilfe einer App die Handy-Nutzung von 60.000 Personen ausgewertet hat, mit dem Fazit: Smartphones machen abhängig, unproduktiv und unglücklich.

Insofern: Wäre es nicht angebrachter, dass die Telekom eine breite Aufklärungskampagne startet oder Forschungsprojekte dahingehend unterstützt, und mit Lösungen wirbt, wie man verantwortlich Smartphones nutzt, gerade auch um die Verantwortung von Eltern und Lehrern zu stärken?

Letztlich könnte man den Vergleich mit den Energieversorgern ziehen, die Sparsamkeit und Effizienz propagieren und dies als Kundenbindungsmaßnahme nutzen, obwohl diese Unternehmen ja eigentlich vom Energieverkauf und möglichst hohen Absätzen leben.

Was meinen Sie? Ich freue mich auf Ihre Antwort. Gruß. Nicola Hengst-Gohlke

28.10.2015 17:44:53

Sehr geehrte Frau Hengst-Gohlke,
digitale Medien gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zu unserem Alltag – auch bei Kindern und Jugendlichen. So zeigt beispielsweise die aktuelle KidsVerbraucherAnalyse 2015: Medien nehmen im Leben von Kindern einen immer bedeutenderen Platz ein. 56% der Kinder im Alter von 6-13 Jahren sind mit einem eigenen Handy oder Smartphone erreichbar. Und auch die U9 Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DVSI) stellt fest, das rund 1,2 Millionen 3-8-Jährige regelmäßig online sind. Dabei ist die Ausstattung mit Geräten – wie die Studie der DVSI zeigt – weitgehend unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Es geht schon längst nicht mehr um die Frage „ob“ Kinder digitale Medien nutzen. Smartphones auf dem Spielplatz sind genauso Realität geworden wie die Handynutzung während des Schulausflugs. Zur Kernfrage der Chancengerechtigkeit ist mittlerweile die kompetente und verantwortungsbewusste Nutzung digitaler Medien geworden. Und dazu gehört natürlich auch die Fähigkeit zu entscheiden, wann das Smartphone weiterhilft und wann es besser ausgeschaltet werden soll.

Genau hier sehen wir uns als Telekommunikationsunternehmen in der Verantwortung und sind auch entsprechend aktiv. So fördert die Deutsche Telekom beispielsweise mit ihrer Initiative Teachtoday (www.teachtoday.de) den sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien. Die Initiative unterstützt Kinder und Jugendliche, Eltern sowie pädagogische Fachkräfte mit Tipps und Materialien. Im ersten multimedialen Online-Ratgeber (www.sicherdigital.de) erklärt die Deutsche Telekom außerdem wie man sich vor den Gefahren und Risiken im Netz wappnet, wie welche Dienste funktionieren und gibt Tipps und Tricks rund um die Themen Sicherheit und Datenschutz. Schauen Sie doch einfach vorbei und überzeugen Sie sich selbst.

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Niek Jan van Damme

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