Verfasser/in der Frage

15.11.2015 13:12:47

Lieber Herr Rettler,

haben Sie zunächst besten Dank für die Möglichkeit zum Austausch. Offengesagt bin ich ein wenig überrascht, über das positive Bild, das Sie zeichnen bzw. Ihre überwiegend positiven Erfahrungen, da in meinem privaten Freundes- und Bekanntenkreis, in dem eine ganze Reihe im oberen Management und Top Management arbeiten, tendenziell von anderen Erfahrungen sprechen bzw. kritischer berichtet wird.

Wie immer ist die Welt nicht nur schwarz oder weiß, weshalb mein Anliegen in Richtung einer differenzierten Darstellung geht. Oftmals ist ja der Austausch fast von Ideologie seitens Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Rollen und -Positionen geprägt, die zumindest auf der Bühne der Öffentlichkeit großer Rituale bedarf, die mehr der Polarisierung und Bedienung von Interessengruppen dienen als einem konstruktiven Dialog. Letzterer findet dann eher in Hinterzimmern in Form von vertraulichen Gespräch statt. Ich Frage mich, ob dies immer so bleiben muss oder ob es nicht neuer Formen der Sozialpartnerschaft bedarf. Es wurde so vieles in der Vergangenheit geleistet und gemeinsam erreicht, jedoch bedarf es für die Zukunft eines anderen Umgangs. Insofern zielt meine Frage auf Ihre „Erfolgsfaktoren“, die schon heute Ihr positives Bild prägen. Auch wovon es mehr braucht für eine neue, echte und gestärkte Sozialpartnerschaft, die die konfrontative Auseinandersetzung nicht mehr benötigt.

Zum Abschluss noch eine weitere Frage: Wie und was verändert sich aus Ihrer Sicht zwischen der aktuellen und neue , heranrückenden Manager-Generation? … und wie unterstützen Sie bereits bei Führungskräftentwicklung die Kooperation statt Feinbilder? Zuguterletzt was tun Se oder empfehlen Sie für eine Annäherung festgefahrener Sichten auf beiden Seiten, sofern diese bestehen.

Mit Interesse habe ich gelesen, dass Sie in der kommenden Woche eine spannende Veranstaltung durchführen und hoffe, dass der eine oder andere Impuls davon ausgeht.

Beste Grüße,
Silvana Andelic

17.11.2015 18:41:41

Liebe Frau Andelic,

die Realität ist so vielfältig wie Menschen unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Daneben spielen inter- und gruppendynamische Facetten eie Rolle in der Alltagspraxis der Arbeitgeber (Führungskraft-) und Arbeitnehmer-Kommunikation und Zusammenwirken.

Da das Arbeitsverhältnis als Austauschverhältnis immer eine "Sozialpartnerschaft" ist und von persönlichen und situativen Faktoren bestimmt ist, wird es auch in Zukunft auch "Tauschhandlungen" und "Verhandlungen" geben, die mal einvernehmlich, aber auch manchmal konfrontativ geführt wird. Und ich möchte betonen, dass dies auch von Arbeitgebern (Führungskräften) und Arbeitnehmern gleichermaßen initiiert werden kann.

In Ihren 3 weiteren Fragen sprechen Sie von "Feinbildern" (Feindbildern?) und "festgefahrenen Sichten".

Hierzu kann ich sagen, dass ich es als Personalleiter für eine meiner wichtigsten Aufgaben halte, diese festgefahrenen Sichten zu verändern. Die Bereitschaft zum Perspektivenwechsel ist für mich gleichermaßen ein wichtiger Führungswert und auch eine erwünschte Mitarbeitereinstellung. Dieses wird z.b in unserer Führungskräfteetwicklung gefördert und in Mitarbeiterdialogen umgesetzt.

Ich erlebe bei jungen Menschen (Mitarbeiter und junge Führungskräfte) heute die Suche nach offenem Austausch und Dialog. Dies ist gegenüber früher stärker ausgeprägt.

Darauf müssen sich alle Unternehmen in ihren Prozessen und Strukturen einstellen.

Freudliche Grüße
Bernhard Rettler

Adressat/in der Frage

Bernhard Rettler

Hutchinson GmbH
Head of Human ResourcesPersonalleiter
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