Verfasser/in der Frage

17.12.2013 19:34:33

Sehr geehrter Herr Dr. Baas,
ich freue mich sehr, dass Sie an managerfragen.org teilnehmen und sich bereit erklärt haben, Fragen der Öffentlichkeit zu beantworten. Ich gehöre einer Stipendiaten-Gruppe der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ an, die für April 2014 eine 3-tägige Konferenz zum Thema „Social Entrepreneurship“ an der RWTH Aachen organisiert. Unser Ziel ist es, über das Thema aufzuklären und junge Studierende für soziales Unternehmertum zu begeistern. Ähnlich wie beim vorherigen Fragensteller Herrn Manouchehr Shamsrizi dreht sich deshalb auch bei unseren Fragen alles um soziales Unternehmertum.
Legen wir direkt los: Ist die Techniker Krankenkasse Ihrer Meinung nach eigentlich ein Social Enterprise? Was macht für Sie ein soziales Unternehmen aus und welche Kontroversen/Chancen sehen Sie zwischen der gesellschaftlichen Verantwortung und den wirtschaftlichen Zielen eines Unternehmens?
Stellvertretend für unser Organisationsteam möchte ich mich schon einmal vorab für Ihre Mühen bedanken. Wir sind schon sehr gespannt auf Ihre Antworten und würden diese auch gerne für unseren Kongress verwenden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Rajib Mondal
SOCIAL ENTREPRENEURSHIP KONGRESS AACHEN 2014

19.12.2013 13:39:33

Sehr geehrter Herr Mondal,

danke für die Frage. Da ich selbst Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes war, freut es mich sehr, dass Sie sich für das Thema engagieren. Zu Ihrer Frage: In der Tat sehe ich eine gesetzliche Krankenkasse sehr stark als ein "Social Enterprise", für mich persönlich und viele meiner Mitarbeiter ist das sogar einer der wesentlichsten Gründe, hier zu arbeiten. Ein soziales Unternehmen macht aus meiner Sicht aus, dass es sich für ein wichtiges, oder sogar für ein lebenswichtiges Bedürfnis seiner Kunden einsetzt, und das nicht aus Gewinnstreben heraus, sondern eben um dieses Bedürfnis bestmöglich zu erfüllen.

Genau das ist die Aufgabe einer gesetzlichen Krankenkasse wie ich sie verstehe und wie ich die Techniker Krankenkasse führe: Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Gelder unser Mitglieder und der Arbeitgeber bestmöglich in deren Sinne einzusetzen. Das bedeutet: Wie können wir eine bestmögliche Versorgung zu einem möglichst geringen Beitragssatz sicherstellen. Dabei erzeugen wir keinerlei Gewinn, kein Aktionär oder Besitzer profitiert von unseren Überschüssen. Diese werden komplett für die Versorgung der Versicherten eingesetzt oder, wenn wir so extrem erfolgreich sind wie in den letzten Jahren und Millarden an Überschüssen erwirtschaften, sogar an die Versicherten zurückbezahlt. Wir sehen uns also selbst als Interessenvertreter unserer Versicherten.

Gleichzeitig handeln wir aber intern und nach außen nach sehr klaren betriebs- und marktwirtschaftlichen Grundsätzen. Eines der Erfolgsgeheimnisse der TK ist, dass wir uns klar dazu bekennen, unternehmerisch zu handeln. Wir verwalten nicht einfach die Gelder unsere Mitglieder, sondern versuchen, aktiv Einfluß auf z.B. die Gestaltung des Gesundheitswesen zu nehmen, wir nutzen vertragliche Möglichkeiten zur Optimierung der Versorgung oder für ökonomischeren Einkauf wo immer möglich und nicht zuletzt optimieren wir unsere internen Abläufe und Strukturen fortlaufend, um die Verwaltungskosten so niedrig und den Service so hoch wie wie irgend möglich zu halten.

Zusammengefasst kann man sagen: Ein "Social Enterprise" hat einen Unternehmenszweck, der dem allgemeinen Wohl gilt, verfolgt dabei kein Gewinnziel für Dritte und handelt dennoch nach klaren unternehmerischen und wettbewerblichen Grundsätzen. Entsprechend dieser Definition sehe ich die Techniker Krankenkasse klar als ein "Social Enterprise".

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Dr. Jens Baas

Adressat/in der Frage

Jens Baas

Techniker Krankenkasse
CEOVorsitzender des Vorstands
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