Verfasser/in der Frage

14.12.2013 19:59:25

Liebe Frau Kiefer, vielen Dank, dass Sie hier bei managerfragen.org Bürgerfragen beantworten und Sie sich zum Auftakt für dieses Interview zur Verfügung gestellt haben.
Mein Thema: Das Angebot wirklicher Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein essentielles Feld, um dem Fachkräftemangel – gerade auch in der Gesundheitsbranche – entgegenzuwirken. Aus welchen Gründen haben sich Ihre Kliniken entschieden, ein Servicestelle und ein Familienhaus aufzubauen, die gemeinsam den KollegInnen mit einem sehr großen und umfassenden Angebotsspektrum in den Themen Kinderbetreuung, Pflege oder auch anderen Alltagsaufgaben unter die Arme greift?

14.12.2013 20:02:05

Liebe Frau Ramgraber, die Notwendigkeit Unterstützungsangebote und Maßnahmen im Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf bereit zustellen, wurde deutlich im Rahmen einer regelmäßigen Mitarbeiterbefragung. Diesen Bedarf hat der Arbeitgeber zunächst einmal sehr ernst genommen und weitergedacht. Denn wenn ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv bleiben will, sowohl für jetzige als auch für künftige MitarbeiterInnen, muss er zum einen, im Wettbewerb um Fachkräfte herausstechen und zum anderen auch Verantwortung für die Gesundheit seiner MitarbeiterInnen übernehmen. Unsere Maßnahmen stehen unter dem Motto: Den MitarbeiterInnen den Rücken frei halten und so Überlastungen vorzubeugen und die Zufriedenheit zu steigern.
Der Bereich Vereinbarkeit Familie und Beruf, den wir mit unserer Arbeit abdecken wollen, hört sich zunächst überschaubar an, ist aber in der Realität breitgefächert und sehr vielschichtig.
U.a. deshalb entwickeln wir unsere Angebote lebensphasen- und alltagsorientiert, was bedeutet, dass wir sehr oft ganz individuell beraten. Aus diesen einzelnen Anfragen können Themen gebündelt werden, aus denen sich Angebote und Maßnahmen ableiten lassen, die dann wieder für eine breitere Zielgruppe bereit gestellt werden.
Jedoch stellen wir auch generelle Angebote zur Verfügung, die für alle KollegInnen im selben Maße nutzbar sind. Bsp. haushaltsnahe Dienstleistungen, Tauschbörse etc.

14.12.2013 20:03:46

Und ist es wirklich so, dass alle MitarbeiterInnen, die es benötigen, von Ihrem Angebot profitieren?

14.12.2013 20:04:27

Zunächst einmal handelt es sich um Angebote. Das bedeutet, jedeR, der unsere Angebote benötigt, kann auch davon profitieren. Es gibt jedoch auch KollegInnen die Unterstützung in den sog. Tabubereichen (bsp. Pflege und Beruf) benötigen, aber nicht persönlich vorbei kommen wollen.
Die KollegInnen haben dann die Möglichkeit sich (anonym) in Intranet über bestimmte Themen zu informieren.
An dieser Stelle möchte ich auch noch hinzufügen, dass es auch Grenzen gibt, die man ziehen muss. Denn Servicestelle/Familienhaus oder ein Unternehmen kann natürlich nicht alles leisten.
Bei Themen, die wir jedoch nicht selbst leisten können, übernimmt meine Kollegin Martina Koch die Lotsenfunktion in unsere Netzwerke.
Wichtig ist, dass die MitarbeiterInnen unsere Angebote und Arbeitsweise (Maßnahmenentwicklung anhand der Bedarfe der MitarbeiterInnen) kennen und mit ihren Fragestellungen jederzeit zu uns kommen können.
Denn: Was ich nicht kenne, kann ich nicht nutzen.
Transparenz und gute Kommunikationswege sind dabei entscheidend.

14.12.2013 20:07:49

Ist es in Ordnung, ein Angebot zu kreieren, das nur wenige MitarbeiterInnen nutzen können?

14.12.2013 20:13:57

Ja, wenn….
Es ist in Ordnung Angebote zu kreieren, die nur wenige MitarbeiterInnen nutzen können. Wir haben z.B. eine flexible bedarfsorientierte Kinderbetreuung in unserem Familienhaus Sterntaler oder auch den Themenschwerpunkt Vereinbarkeit Pflege und Beruf seitens der Servicestelle. Diese Angebote sind für KollegInnen die weder Kinder, noch zu pflegende Angehörige haben augenscheinlich unrelevant. Dennoch sind es sehr wichtige Maßnahmen, von denen letztlich auch die KollegInnen, die diese Unterstützung nicht benötigen, indirekt profitieren. Denn wenn unsere Kunden durch die Angebote und Maßnahmen den „Rücken frei haben“, können Sie sich in ihrem Arbeitsalltag besser einbringen und tragen so zur Entlastung der ArbeitskollegInnen bei.
Es ist also sowohl in Ordnung, als auch manchmal notwendig Maßnahmen nur für eine kleinere Zielgruppe zu entwickeln. Wichtig ist jedoch, dass auch generelle Angebote, für alle MitarbeiterInnen existieren.

Adressat/in der Frage

Ramona Kiefer

SHG-Kliniken Völklingen
Leiterin Familienhaus
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