Verfasser/in der Frage

09.02.2013 15:45:29

Liebe Frau von Strombeck,

zunächst einmal herzlichen Dank, dass Sie bei managerfragen.org mitmachen und so einen direkten Austausch ermöglichen.

Zu meiner Frage: In den Medien ist in den letzten Monaten und Jahren immer wieder sehr emotional und auch z.T. widersprüchlich wie ich finde die Bewertung der gesetzlichen Regelung des Glückspiels diskutiert worden.
So bei dem Pro und Contra , inwiefern eine Werbeerlaubnis in TV und der Vertrieb via Internet sinnvoll und förderlich ist oder im Sinne des Jugendschutzes und möglicher Glückspielsucht restriktive Regelungen zwingend sind.
Im letzten Falle jedoch aufgrund fehlender Einnahmen die Durchführung von Wohlfahrtsprojekten gefährdet wären.

Auch wenn ich mir natürlich Ihrer Rolle als CEO von Lotto24 bewusst bin und der grundsätzlichen Position, die Sie vertreten (müssen), würde mich Ihre Argumentation interessieren und ob Sie einen Weg sehen der beiden Argumentationslinien gerecht wird und eine Lösung bietet? Lässt sich die Diskussion versachlichen und auch von einem Aussenstehenden Nicht-Experten verstehen? Und zuguterletzt wie stark ist oder wäre das soziale Engagement von / bei Ihnen beeinträchtigt?

Freue mich auf Ihre Antwort.

Beste Grüße
Silvana Andelic

18.02.2013 10:26:17

Liebe Frau Andelic,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie sprechen ein wichtiges Thema an, und ich kann Ihnen nur zustimmen: bislang ist die Diskussion über Glücksspiele und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, sehr emotional geführt worden. Eine Versachlichung der Debatte wäre mehr als angebracht.

Grundsätzlich halte ich es für sehr wichtig, dass es Regelungen gibt, um Spielsucht vorzubeugen und Jugendliche zu schützen. Spielsucht ist ein relevantes gesellschaftliches Thema. Ich bin aber für eine faire Regelung, die dem Gefährdungspotenzial des jeweiligen Spiels gerecht wird. Es gibt ja nicht das eine Glücksspiel, sondern verschiedene Formen – Lotterien, Sportwetten oder Poker, um ein paar Beispiele zu nennen. Jede dieser Glücksspielarten hat ein eigenes Gefährdungspotenzial. So wurde kürzlich im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in einer umfassenden empirischen Untersuchung festgestellt, dass es in allen Kliniken, die Spielsucht behandeln, nicht einen einzigen Internet-Lottosüchtigen gibt – dafür aber umso mehr Automatenspielsüchtige. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen stellen aus meiner Sicht aber die Verhältnisse auf den Kopf: das ungefährlichste Produkt, Lotto, unterliegt einem Monopol und wird scharf reglementiert, gefährlichere Produkte erfahren keine oder kaum Einschränkungen. Das ist nicht sinnvoll und passt nicht zusammen. Genau dieser Widerspruch führt aktuell zu all den Debatten und gerichtlichen Auseinandersetzungen. Auf Basis unsinniger Gesetze wird es keinen Rechtsfrieden im deutschen Glücksspielmarkt geben.
Und zu Ihrem letzten Punkt: Jeder Spielschein, der bei uns gekauft wird, wird an die jeweilige Landeslotteriegesellschaft weitergeleitet. Von diesen Spieleinsätzen werden 50% als Gewinne ausgeschüttet, der Großteil der restlichen Summe wird zur Unterstützung sozialer und kultureller Zwecke verwendet. Damit tragen wir mit jedem Spielschein direkt zu sozialen Projekten in ganz Deutschland bei.

Mit den besten Grüßen
Petra von Strombeck

Adressat/in der Frage

Petra von Strombeck

Lotto 24 AG
Chairman of the Executive BoardVorsitzende des Vorstands
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